Snert Race LSOR - Niederlande

17.01.2019 16:13

SNERT Race 1/5 Off-Road

Vom 12.01 bis 13.01.2019 fand das alljährliche aber auch berüchtigte SNERT Race in den Niederlanden statt. Berüchtigt, nun da die Strecke minütlich schlechter wird und es mehr als nur eine Herausforderung für Fahrer und Fahrzeug ist. Manch einen hörten wir sagen "Durchkommen ist alle".

Aber dennoch ist dieses Rennen sehr beliebt, oder vielleicht auch deswegen. So fanden sich auch dieses Jahr wieder 120 Teilnehmern aus vielen Ländern Europas ein um in drei Klassen an den Start zu gehen. Wir vom Team RCFOX waren in der 4WD Buggy und der Short Course Klasse am Start.


Doch vor dem Spaß steht ja bekanntlich die Arbeit, so hieß es also zunächst die Ware für den Service & Support vor-Ort herzurichten. Ersatzteile, Reifen & Felgen, Zubehör und etliches anderes Zeug wurde verpackt und verladen, um unsere Kunden in Holland im Falle eines Schadens nicht im Regen stehen zu lassen.



Angekommen uns alles aufgebaut ging es dann für uns auch schon in den ersten Trainingsdurchgang. Hier hieß es nun erst einmal Streckenlayout kennenlernen und schauen ob die neuen Autos, welche frisch für die Saison 2019 aufgebaut wurden, auch keine Montagefehler oder andere Funktionsmängel aufweisen. Fazit hier war jedoch einheitlich, die Autos funktionierten wie sie sollten und auch Fahrer fühlten sich von Anfang an wohl.


Zu Besuch aus der Türkei, MCD Inhaber Sinan Sunali. Hier auf dem Foto mit Team Fahrer Sven Rodewald rechts & Marc Kreisig von RCFOX.

Extra aus England angereist, Großmodell Uhrgestein Ian Oddie (links im Bild). Er ist auch der Ansprechpartner für alle 1/5 Rennklassen im Rahmen der EFRA. 

Rechts im Bild der Papa unseres schnellen Holländers im Team - Sjoerd Lubbelinkhof.

Wir wollen im Folgenden gar nicht so sehr auf die Vorläufe an sich eingehen, vielmehr auf das was wir an den Fahrzeugen im Bereich Setup & Hardware geändert haben und warum. Hierdurch möchten wir euch helfen, besser zu verstehen wie auch Ihr eure Fahrzeuge anpassen könnt. Das Ziel ist ja schließlich immer dasselbe, die Autos sollen euren Bedürfnissen entsprechend fahrbarer und schneller werden... 


Das Differential Setup

Eines der wichtigsten Kriterien, vor allem auf Strecken wie diesen sind die Differentiale. Diese nehmen erheblichen Einfluss auf die Fahrbarkeit des MCD Autos. Gesperrte Differentiale oder auch die LSD Diffs verhelfen zwar zu mehr Vortrieb, machen es aber auch schwerer beherrschbar. Denn die Leistung wird unabhängig der Traktion gleichmäßig an alle Achsen verteilt. Hierdurch ergibt sich das Problem auf Strecken die sehr uneben und mit großen Löchern versehen sind, der MCD RR5 oder W5 SCT wie eine Rakete unkontrolliert aus den Löchern nach vorne schießt und somit gerne auch schon mal über die Strecke hinaus.

Aus diesem Grund hat fast 90% unseres Team das LSD Mitteldifferential gegen das offene Planetendifferential des MCD RR5 Max Pro eingetauscht und nur mit 200.000 bis 1.000.000 CPS Siliconöl ein wenig gesperrt.

Hinten wurde das LSD Diff komplett entsperrt, sprich die Lock Disc M200501S wurden gegen die M200601S Sperrplatten ersetzt. Das Ergebnis unabhängig der Drehzahl das hintere Diff hat immer Schlupf und sperrt nicht mehr.

Vorne wurde das normale LSD gefahren mit 90° Rampen, lediglich Sven tauschte auch hier eine Lock Disc pro Seite gegen eine Sperrplatte. Das Ergebnis ist etwas Schlupf bei Kontakt unter Last und somit einfacher im Handling. Sicherlich eine gute Wahl, welche nächstes Jahr einige mehr von uns fahren werden.

Das Ergebnis aller Maßnahmen war ein wesentlich leichter zu kontrollierendes Fahrzeug bei unwesentlichen Einbußen im Bereich der Beschleunigung.


Lenkung & Ackermann

Lenkung kann man ja eigentlich nie genug haben, aber wenn man erst einmal zu wenig hat, dann ist guter Rat teuer. Loser Untergrund wie in der Halle des SNERT Races ist dann nicht unbedingt förderlich, so standen dann auch ein paar Änderungen an unseren MCD Fahrzeugen an.Die Ackermann Geometrie ist hier von der Basis her zunächst immer ein guter Ansatz. Wir entschieden uns für die lange Ackermann-Platte, diese bewirkt das, dass kurvenäußere Rad im Verhältnis zu kurzen Platte mehr Lenkeinschlag generiert.  Auf griffigen Strecken kann dies ggf. von Nachteil sein, denn der MCD RR5 oder W5 SCT wird wesentlich agiler und aggressiver einlenken was zu Überschlägen oder einem ausbrechenden Heck führen kann.  Für unsere Zwecke aber genau das richtige, denn auf dem rutschigen Unterboden schiebt das Auto sowieso ein wenig.

Als weitere Lösung und ebenfalls in Richtung Agilität und schnelleren Lastwechsel arbeitend ist der Nachlauf der Vorderachse. Hier verwendeten wir alle die Einstellbares Caster Block 0°±4°. Diese erlauben sowohl negativen als auch positiven Nachlauf, was einem nahezu alle Möglichkeiten offen lässt, um ein Setup für jedes Streckenlayout und jedem Untergrund zu finden. Je weniger Nachlauf man fährt, um so aggressiver lenkt der MCD Racer ein - Nachteil jedoch auch immer, man erhält parallel weniger Lenkung im Kurvenscheitelpunkt. Unterstützend oder wem der Stepp von 0° zu +/-4° zu viel ist, kann man den Nachlauf auch noch über die Einsätze der Vorderen Schwingen / Querlenker Aufnahme einstellen. Als Beispiel den vorderen Einsatz von der Mitte nach Unten setzen ergibt 1° weniger Nachlauf. Hingegen von der Mitte nach oben entsprechend 1° mehr Nachlauf also ein ruhigeres Einlenken ergibt.


Ein paar Runden mit Sven

Wer nun nach dem ganzen Text Lust hat und sich mal ein Bild über den Zustand der Strecke machen will - nun der darf gerne mal einen Blick in das Video werfen.

Soviel sei jedoch schon gesagt, es wird noch schlimmer :-)

Zusehen der MCD RR5 Ultimate von Sven Rodewald. 

Mit den obigen Anpassungen ging es nun schon ganz ordentlich vorwärts mit den MCD RR5 Ultimates und MCD W5 SCT Fahrzeugen. Die Rundenzeiten waren gut, das Auto ließ sich komfortable und sicher (sofern es solche Strecken überhaupt zu lassen :-)) bewegen. Aber solch anspruchsvolle Strecken erfordern auch die stetige Setupanpassung, da sich auch die Strecke von Lauf zu Lauf verändert. Also weiter geht's ...

Rollzentrum der Radträger

Sowohl die vorderen C-Hubs als auch die hinteren Radträger der MCD 5er Serie Fahrzeuge bieten die Möglichkeit ein hohes und niedriges Rollzentrum zu fahren. 

Begonnen haben wir alle mit einem hohen Rollzenter, dies ist generell gut für Strecken die nicht so viel  Griff haben. Denn das Auto neigt mehr zum Rollen über den eigenen Schwerpunkt, was meist auch mehr Griff mit sich bringt. Sprich eigentlich genau das richtige für die Strecke wie beim SNERT, aber nur eigentlich ... denn durch die großen und vielen Löcher neigte das Auto so auch stark zum Kippen. Gut nur das beim MCD Fahrzeug der Zugriff auf die Einsätze recht unkompliziert ist, daher haben wir das Rollzenter also kurzer Hand gesenkt und die Einsätze sowohl vorne als auch hinten in den unteren Löchern von C-Hub und Radträger montiert.

Die anschließenden nächsten Läufe bestätigten uns recht schnell, dass dies die richtige Entscheidung war. Denn die MCD RR5 Und W5 SCT Chassis fühlten sich noch besser im Handling an. 


Reifen - reifen - REIFEN

Das schwarze Gold ... Die Reifenwahl ist doch auch immer wieder aufs Neue eine Herausforderung. Doch hier geht leider nichts über Erfahrung uns das gute alte "TESTEN". Aufgrund der Teilnahme am SNERT in den letzten Jahren, war es hier jedoch recht schnell erledigt. Denn was vor dem Release der MCD Astro MAX Reifen vor 2 Jahren noch der Hörmann Noppe lang war, ist nun auf dem SNERT der MCD Astro MAX. Setzen Ihn doch auch dieses Jahr wieder mehr als 70% der Fahrer ein. Doch es gab auch eine Premiere, denn zwei unserer Fahrer waren in der Lage erstmalig den neuen 160er Astro MAX Reifen testen zu dürften. Sven Rodewald und unser holländische Neuzugang Rick van der Bol setzten den MCD Astro MAX 160er in der Medium und Hart Mischung ein. Sven war auf der harten Mischung unterwegs und empfand den kleineren Reifen als etwas agiler und weniger kippelig, was auf dieser Strecke nicht unbedingt von Nachteil ist :-). Jedoch war der Vorteil, welchen wir auf Kunstrasen wohl erst so richtig merken werden, hier auf dieser Strecke minimal - wenn jedoch auch dennoch da!


Start des Main Finale 4WD Buggy

Es wird mal wieder Zeit für einen kleine Pause, also hier mal der Start des Hauptfinales der 4WD Buggy Klasse. Tolle Szenen mit Sven Rodewald und Tim van  der Elst bis zu dem Moment wo Tim sich auf der Geraden leider Überschlägt, Sven nicht mehr ausweichen konnte und dabei leider eine Kolbenstange gebrochen ist.

Aber seht selbst die ersten Minuten sind sehenswert ... !

Wäre sicherlich ein Mega spannendes Rennen zwischen dem MCD Race Runner RR5 Ultimate und Ultron geworden - Schade ... aber SNERT 2020 wir kommen.

Setup Sheets & mehr

Natürlich wurden auch noch viele andere Setupparameter im Laufe des Wochenende angepasst, diese aber nun alle hier anzuführen und erklären sprängt dann sicherlich ein wenig dem Rahmen. Damit Ihr euch aber dennoch einen besseren Überblick verschaffen könnt, findet Ihr im Folgenden mal die Setup Sheets einiger unserer Fahrer zu dem RR5 Buggy und W5 SCT von MCD. Wir werden jedoch versuchen im Laufe der Saison solche Berichte häufiger zu bringen und euch in diesem Zuge immer wieder andere Setupmöglichkeiten näher erklären. Zudem seid Ihr natürlich jederzeit herzlich eingeladen uns auf den Veranstaltungen persönlich auszusprechen. Gerne schauen wir uns dann gemeinsam dein Auto an und geben wenn gewünscht den ein oder anderen Tipp.

Sven Rodewald - MCD RR5 Ultimate

Marc Kreisig - MCD W5 SCT Ultimate

Sjoerd Lubbelinkhof - MCD RR5 Ultimate


Finale

Nun ging es also drum, oder auch doch nicht?! Genau - es ist zwar immer toll wenn man im Finale ist und idealerweise dies auch noch gewinnt, aber dieses Jahr wollen wir den Fokus doch mal etwas anders ausrichten. Nämlich auf unsere Kunden also EUCH - Hilfestellung & Support leisten, um euch die Veranstaltungen so interessant, nutzbringend und spaßig wie eben möglich zu gestallten.  Klar werden unsere Fahrer nach wie vor alles dran setzen Rennen zu gewinnen und die durch uns vertretenen Marken bestmöglich zu repräsentieren, denn die so gewonnen Erfahrungen helfen auch euch weiter. 

Aber unsere Berichte werden keine Lobpreisungen oder Selbstdarstellungen enthalten, vielmehr versuchen wir euch daran teilhaben zu lassen, was wir wie und warum geändert haben. Kniffe und Tricks an die Hand geben, die auch euch Strecken bezogen verhelfen sollen, eure Autos besser und schneller bewegen zu können. 


Feedback & Analyse

Hier im Gespräch Sinan und Sven - gerade erstmalig montiert, die neuen MCD Astro MAX 160er Reifen. Worauf ist zu achten und was wurde am Setup noch angepasst, damit die kleineren Reifen im Verhältnis zu den 180er nicht das restliche Setup über den Haufen werfen. 

So wurde die Untersetzung, Bodenfreiheit, und der Ausfederweg aufgrund der kleineren Reifen angepasst.

Nach dem Lauf war Sven mit den kleineren Reifen sehr zufrieden und entschied sich diese weiterhin auf dem Rennen einzusetzen.

Fazit

Es war wie jedes Jahr eine klasse Veranstaltung die nicht ohne Grund etliche Fahrer zum Saisonstart anlockt. Wir für unseren Teil waren mit der Performance der Autos von MCD Racing sehr zufrieden und die getesteten und umgesetzten Maßnahmen am Setup waren meist die richtigen. Alles im allen waren wesentlich weniger Ausfälle und technische Probleme bei den Fahrern zu beobachten. Das in der Short Course Klasse von 7 gestarteten Losi Fahrzeugen und 3 MCD Chassis nur im ganzen 3 Autos ins Ziel kommen sollte den Veranstalter MAL zum Nachdenken anregen. Dies ist auch der Punkt, wo wir ansonsten an einer tollen Organisation mit Tombola, Verpflegung und Zeitplan eins mehr als vermisst haben - nämlich einen Rennleiter! Es werden keine Streckenposten eingenommen, man wartet ab bis sich einer erbarmt aber eine Strafe für den Fahrer gibt es nicht. Es wird abgekürzt, anderen in die Autos gefahren, überrunden von langsameren Fahrzeugen wird zum Abenteuer aber nichts wird angesagt und strafen folgen auch keine. Das unter solchen Bedingungen Fahrer machen was Sie wollen ist daher Verständlich, aber für 2020 würden wir uns hier einen aktiven Rennleiter wünschen! 

Bitte nehmt dies als konstruktive Kritik an einer ansonsten tollen Veranstaltung welche wir auch 2020 sicherlich wieder gerne Besuchen werden...!


Endergebnisse

Die Gesamtranglisten bzw. Ergebnisse der einzelnen Finale aus Short Course, Buggy 4WD und Buggy 2WD. 

Short Course 4WD - Finale

Buggy 4WD - Finale

Buggy 2WD - Finale


Eine BITTE ... !

Wir hoffen euch hat diese Art der Nachberichterstattung  gefallen. Bitte gebt uns über die Kommentare ein Feedback, damit wir zukünftig noch besser euren Bedürfnissen uns Interessen gerecht werden können.

In diesem Sinne, bis zum nächsten Rennen 

Euer RCFOX Team!


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